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BUCH SULEIKA.





Nachklang.


|166| Ach! um deine feuchten Schwingen,
West, wie sehr ich dich beneide:
Denn du kannst ihm Kunde bringen
Was ich in der Trennung leide.

Die Bewegung deiner Flügel
Weckt im Busen stilles Sehnen,
Blumen, Augen, Wald und Hügel
Stehn bey deinem Hauch in Thränen.

Doch dein mildes sanftes Wehen
Kühlt die wunden Augenlieder;
Ach für Leid müßt’ ich vergehen,
Hofft’ ich nicht zu sehn ihn wieder.

Eile denn zu meinem Lieben,
Spreche sanft zu seinem Herzen;
Doch vermeid’ ihn zu betrüben
Und verbirg ihm meine Schmerzen.

|167| Sag ihm, aber sag’s bescheiden:
Seine Liebe sey mein Leben,
Freudiges Gefühl von beyden
Wird mir seine Nähe geben.

Entstehung: 26.09.1815
(Marianne von Willemer)
Originalpaginierung: 166–167
Johann Wolfgang von Goethe
West–oestlicher Divan
Stuttgart 1819


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